Erst der Speicher: DDR4 für den Rechner, der schon läuft
Steckt im Rechner DDR4, ist ein größeres Kit der Schritt mit dem meisten Nutzen je Euro: Mainboard und Prozessor bleiben, nur die Riegel wechseln. Welche Generation verbaut ist, steht im Handbuch des Mainboards oder auf dem Aufkleber der Riegel selbst.
Preislage auf dieser Seite: € günstiger bis €€€ teurer
G.Skill Aegis DDR4 16 GB Kit (2x8 GB), 3200 MHz CL16, 288-Pin DIMM
Zwei Riegel zu je 8 GB im langen Desktop-Format, CL16 bei 3200 MHz. Als Kit füllt es zwei Speicherbänke statt einer: beide Bänke werden belegt, in jeder steckt danach ein Riegel.
Am besten für: einen Büro- oder Familienrechner mit 8 GB, der beim Wechsel zwischen Browser und Programmen stockt
Kingston FURY Beast RGB DDR4 32 GB Kit (2 Module), 3200 MT/s CL16 DIMM
32 GB als Kit aus zwei Modulen, mit RGB-Beleuchtung. Ohne Eingriff im BIOS läuft es laut Kingston per Plug N Play mit 2.666 MT/s an; die vollen 3200 MT/s bringt erst das XMP-Profil.
Am besten für: wer Spiele, Bildbearbeitung oder viele Browserfenster parallel laufen lässt und die zwei freien Bänke gleich groß bestücken will
Tipp
Vor dem Kauf zählen: Wie viele Speicherbänke hat das Board, und wie viele sind frei? Zwei gleiche Riegel aus einem Kit laufen zuverlässiger zusammen als ein neuer neben einem alten. Nach dem Einbau im BIOS nachsehen, ob das XMP-Profil eingeschaltet ist.
Neues Mainboard für AMD: der Sockel AM5
Reicht der Prozessor nicht mehr, wird aus dem Aufrüsten ein halber Neubau: Mainboard, Prozessor und Speicher wechseln zusammen. Auf AMD-Seite heißt der aktuelle Sockel AM5, und die Boards darauf nehmen DDR5.
ASUS Prime B650M-R Gaming Mainboard Sockel AMD AM5
Der schlichteste Einstieg mit dem AM5-Sockel für AMD Ryzen Desktop-Prozessoren: zwei M.2-Steckplätze, PCIe 4.0 und Ethernet mit 2,5 Gbit/s laut ASUS. Für die Lüfter gibt es Hybrid-Lüfterleisten und die Steuerung Fan Xpert 2+.
Am besten für: einen Rechner, der nach dem Umbau vor allem zuverlässig laufen soll und am Schreibtisch per Kabel im Netz hängt
GIGABYTE B650 Eagle AX Mainboard, AM5, ATX, WiFi 6E
Das große ATX-Format mit WiFi 6E und drei M.2-Plätzen, einer davon mit PCIe 5.0 laut Gigabyte. Der Steckplatz für die Grafikkarte hat einen Schnellverschluss (EZ-Latch), die Karte lässt sich beim Umbau ohne Fummeln lösen.
Am besten für: wer den Rechner ohne LAN-Kabel ins Netz bringen will und die Grafikkarte aus dem alten PC übernimmt
Tipp
Ob der Wechsel lohnt, entscheidet der Prozessor, nicht das Board. Vor dem Kauf die Prozessorliste des Boardherstellers zum gewünschten Ryzen prüfen und ein BIOS-Update einplanen, falls die Liste dafür eine neuere Version nennt.
Neues Mainboard für Intel: LGA 1851 oder LGA 1700
Bei Intel wechselt der Sockel häufiger als bei AMD. Ein Intel Core Ultra (Series 2) braucht LGA 1851; ältere Intel Core sitzen auf LGA 1700, welche genau, steht in der Prozessorliste des Boardherstellers. Beide Boards hier nehmen DDR5.
MSI PRO B860-P WiFi Mainboard, ATX, LGA 1851, Wi-Fi 7
Für Intel Core Ultra (Series 2) auf dem Sockel LGA 1851, mit Wi-Fi 7, LAN mit 5 Gbps und Thunderbolt 4 laut MSI. Ein Intel Core für LGA 1700 passt auf diesen Sockel nicht.
Am besten für: einen kompletten Intel-Neuaufbau mit einem aktuellen Core Ultra
MSI B760 Gaming Plus WiFi, LGA 1700 ATX Mainboard
LGA 1700 im ATX-Format mit Wi-Fi 6E und 2,5 Gbps LAN. Die Speicherbänke nehmen DDR5-Speicher bis 6800+ (OC) MHz mit Memory Boost; DDR4-Riegel aus einem älteren Rechner passen nicht.
Am besten für: wer bei Intel auf LGA 1700 bleibt und den eigenen Prozessor vorher in der Liste von MSI gefunden hat
Tipp
Erst den Prozessor festlegen, dann das Board kaufen, nie umgekehrt. Welchen Sockel ein vorhandener Prozessor hat, steht auf der Herstellerseite zu seinem Modell.
DDR5 zum neuen Board
Mit dem neuen Board kommt der neue Speicher: Alle vier Mainboards dieses Ratgebers nehmen DDR5. Die alten DDR4-Riegel bleiben im alten Rechner oder gehen mit ihm weg.
Patriot Viper Venom DDR5 16 GB Kit (2x8 GB), 5600 MHz CL40
16 GB DDR5 als Kit aus zwei Riegeln, mit Aluminium-Kühlkörper, der laut Patriot die Wärme bei intensiver Belastung abführt. Dazu XMP 3.0 für die automatische Übertaktung.
Am besten für: einen Büro-Neuaufbau, bei dem 16 GB reichen und das Budget lieber ins Board geht
Kingston FURY Beast DDR5 32 GB Kit (2x16 GB), 6000 MT/s CL30 DIMM
32 GB mit CL30 bei 6000 MT/s, unter den DDR5-Riegeln dieses Ratgebers die schärfste Latenz: Bei gleichem Takt antwortet der Speicher früher als ein Kit mit CL40. Wahlweise Intel XMP 3.0 oder AMD EXPO.
Am besten für: einen Spiele-PC auf AM5 oder LGA 1851, bei dem der Speicher nicht der Engpass sein soll
Tipp
Bei AMD heißt das Speicherprofil EXPO, bei Intel XMP. Ein Kit, das beide nennt, passt in beide Welten. Nach dem ersten Start das Profil im BIOS einschalten, sonst läuft der Speicher nur mit dem Grundtakt.
Die komplette Auswahl auf einen Blick
- G.Skill Aegis DDR4 16 GB Kit (2x8 GB), 3200 MHz CL16, 288-Pin DIMM
- Kingston FURY Beast RGB DDR4 32 GB Kit (2 Module), 3200 MT/s CL16 DIMM
- ASUS Prime B650M-R Gaming Mainboard Sockel AMD AM5
- GIGABYTE B650 Eagle AX Mainboard, AM5, ATX, WiFi 6E
- MSI PRO B860-P WiFi Mainboard, ATX, LGA 1851, Wi-Fi 7
- MSI B760 Gaming Plus WiFi, LGA 1700 ATX Mainboard
- Patriot Viper Venom DDR5 16 GB Kit (2x8 GB), 5600 MHz CL40
- Kingston FURY Beast DDR5 32 GB Kit (2x16 GB), 6000 MT/s CL30 DIMM
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Häufige Fragen
Was bringt beim PC-Aufrüsten am meisten?
Das hängt am Engpass. Stockt der Rechner beim Wechsel zwischen Programmen, ist meist der Arbeitsspeicher zu klein, und das ist auch der günstigste Schritt. Ruckeln Spiele bei voller Prozessorlast, hilft erst ein neuer Prozessor und damit oft ein neues Mainboard. Läuft das System noch von einer alten Festplatte, bringt eine SSD den spürbarsten Sprung; sie ist in diesem Ratgeber nicht dabei.
Passen DDR5-Riegel in ein DDR4-Mainboard?
Nein. DDR4 und DDR5 haben die Kerbe an verschiedenen Stellen und passen mechanisch nicht in die Bank der anderen Generation. Wer auf DDR5 umsteigen will, braucht ein Mainboard, das DDR5 nimmt, und damit meist auch einen neuen Prozessor.
Wie viel Arbeitsspeicher brauche ich?
Für Büro, Browser und Streaming genügen meist 16 GB. Wer spielt, Fotos oder Videos bearbeitet oder viele Programme gleichzeitig offen hat, ist mit 32 GB auf der sicheren Seite. Mehr braucht nur, wer es aus einer bestimmten Anwendung heraus weiß.
Kann ich Riegel aus dem Notebook im PC verwenden?
Nein. Notebooks und Mini-PCs nehmen kurze SODIMM-Riegel, Desktop-PCs lange DIMM-Riegel. SODIMM-Riegel für Laptop und Mini-PC stehen auf der Themenseite Arbeitsspeicher.