Tipps & Hintergrundwissen
Zwei Zahlen, die vor dem Kauf feststehen sollten
Die erste ist die Weite des Einfüllschachts in Millimetern. Sie steht bei fast jedem Gerät im Titel, und sie entscheidet über die Arbeit davor: Bei 108 bis 145 Millimetern geben die Hersteller an, dass ein ganzer Apfel hineinpasst; darunter wird geviertelt. Das klingt nach einer Kleinigkeit und ist die Hälfte der Zeit, die ein Glas Saft kostet. Der Preis dafür ist Höhe — ein breiter Trichter baut nach oben, und unter einem Hängeschrank wird das Nachfüllen eng. Wer nachmisst, misst deshalb nicht die Gerätehöhe, sondern die Höhe bis zur Trichteröffnung plus eine Hand.
Die zweite ist die Größe des Saftbehälters, und sie sagt mehr über den Alltag als die Wattzahl. Zwischen 600 Millilitern und 1,8 Litern liegt der Unterschied zwischen einem Glas und einem Frühstück für mehrere Leute; wer zweimal ansetzen muss, spült auch zweimal. Die Leistung liegt bei den Geräten dieser Seite zwischen 200 und 250 Watt und ist damit kein Unterscheidungsmerkmal — ein Slow Juicer arbeitet ohnehin mit 50 bis 60 Umdrehungen in der Minute, und genau diese Langsamkeit ist der Punkt. Was die Hersteller fast nie angeben, ist die Lautstärke: Ein einziges Gerät dieser Auswahl nennt überhaupt eine Zahl.
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Ratgeber: Bauart, Öffnung, Reinigung
Vier Fragen entscheiden, welches Gerät auf die Arbeitsplatte gehört — und in dieser Reihenfolge sind die Abschnitte geordnet.
Kaltpresse oder Zentrifuge: der Unterschied, der den Namen erklärt
Beides heißt im Handel Entsafter, und beides macht Saft — die Mechanik dahinter ist aber eine völlig andere. Eine Zentrifuge reibt das Obst an einer schnell drehenden Scheibe auf und schleudert den Saft durch ein Sieb nach außen; das geht schnell und schäumt. Ein Slow Juicer dreht eine Schnecke mit 50 bis 60 Umdrehungen in der Minute und quetscht das Obst gegen ein Sieb, wie eine Presse. Die Hersteller nennen dafür durchgehend zwei Folgen: weniger Schaum und weniger Trennung im Glas. Was sich außerdem unterscheidet, merkt man erst beim Gebrauch — ein Slow Juicer braucht länger und kommt dafür mit faserigem Zeug zurecht, an dem eine Zentrifuge scheitert. Geräte mit Zentrifuge stehen deshalb bewusst nicht auf dieser Seite; sie beantworten eine andere Frage.
Der Einfüllschacht: was „ganze Früchte“ wirklich heißt
Die Millimeterangabe im Produkttitel ist der ehrlichste Wert, den diese Gerätegattung hat, weil sie nachmessbar ist. Zwischen 108 und 145 Millimetern liegt in dieser Auswahl der ganze Unterschied zwischen „ein mittlerer Apfel geht gerade so“ und „ein großer Apfel fällt durch“. Was die Angabe nicht sagt: wie weit die Öffnung oben tatsächlich frei ist. Viele Geräte haben einen Deckel mit Klappe, und die Klappe ist schmaler als der Schacht darunter. Zwei Dinge lohnt es deshalb vor dem Kauf anzusehen: ob der Hersteller die Weite auf die Öffnung oder auf das Rohr bezieht, und ob im Deckel Klingen sitzen, die vorzerkleinern. Die gibt es in dieser Auswahl zweimal, und sie sind der Grund, warum manche Geräte auch mit harten Karotten ohne Vorschneiden zurechtkommen — sie sind aber auch zwei zusätzliche Teile beim Spülen.
Stehend oder liegend: die Bauart entscheidet über das Grünzeug
Ein vertikaler Slow Juicer trägt die Schnecke senkrecht; die Schwerkraft zieht das Obst nach unten, und das Gerät braucht auf der Arbeitsplatte wenig Grundfläche. Für Äpfel, Karotten, Zitrusfrüchte und Ingwer ist das die passende Bauart, und es ist die Bauart, die fast der ganze Markt anbietet. Ein horizontaler presst auf einer längeren Strecke, weil die Schnecke liegt — und genau das nennen die Hersteller für Blattgemüse, Stangensellerie, Kräuter und Weizengras, also für alles, was flach und faserig ist und in einem senkrechten Schacht nur nach unten rutscht. Der Preis ist Stellfläche in der Tiefe: Ein liegendes Gerät ist deutlich länger als ein stehendes. Wer grüne Säfte macht, sollte die Bauart nicht dem Zufall überlassen; wer Apfelsaft macht, merkt keinen Unterschied.
Reinigung, Verstopfung und was die Geräte dagegen tun
Der häufigste Grund, warum ein Entsafter im Schrank verschwindet, ist nicht der Saft, sondern das Spülbecken. Drei Angaben helfen, bevor man kauft: Aus wie vielen Teilen besteht das Gerät, sind sie spülmaschinenfest, und liegt eine Bürste für das Sieb bei. Die Bürste klingt nebensächlich und ist es nicht — ein feines Sieb lässt sich mit einem Schwamm nicht sauber bekommen. Die zweite Stelle ist die Rücklauffunktion: Faseriges Gemüse wickelt sich um die Schnecke, und auf Knopfdruck dreht das Gerät zurück und gibt es wieder frei. Sie ist bei den Geräten dieser Seite die Regel, nicht die Ausnahme, und wer viel Sellerie presst, braucht sie. Dazu kommt bei den meisten ein Anti-Tropf-Verschluss am Auslass, mit dem sich der Saftfluss stoppen lässt, um das Glas zu wechseln.
Was nicht auf diese Seite gehört
Zentrifugen-Entsafter stehen hier nicht, obwohl sie im Handel unter demselben Wort laufen — sie arbeiten anders und werden anders ausgesucht. Dampfentsafter ebenfalls nicht: Die kochen Obst aus und sind Einkochgerät, nicht Saftpresse. Entsafter-Vorsätze für Küchenmaschinen sind ein drittes Thema und stehen dort, wo die Maschine steht, nämlich unter Küchenmaschine für Teig & Fleischwolf. Eine Zitruspresse löst wieder etwas anderes und findet sich unter Küchenhelfer & Kleingeräte. Und Rezepte stehen hier bewusst nicht: Was sich mit einem Slow Juicer pressen lässt, hängt am Gerät, nicht am Rezept, und die Frage nach dem Gerät ist die, die diese Seite beantwortet.
Häufige Fragen zu Slow Juicern
Was ist der Unterschied zwischen Slow Juicer und Entsafter?
Ein Slow Juicer ist ein Entsafter, nur mit anderer Mechanik. Er presst das Obst mit einer langsam drehenden Schnecke gegen ein Sieb; der klassische Entsafter reibt es an einer schnell drehenden Scheibe auf und schleudert den Saft heraus. Die Hersteller nennen für die Kaltpresse durchgehend weniger Schaum und weniger Trennung im Glas. Dafür dauert es länger, und das Gerät hat mehr Teile.
Muss ich Äpfel vor dem Entsaften schneiden?
Das hängt an der Weite des Einfüllschachts. Geräte mit 108 bis 145 Millimetern geben laut Hersteller an, dass ein ganzer Apfel hineinpasst; bei schmaleren Schächten wird geviertelt. Kerngehäuse und Stiel können bei den meisten Geräten mit hinein, Kerne von Steinobst nicht — die gehören vorher heraus, weil sie die Schnecke blockieren.
Vertikal oder horizontal — was ist besser?
Das entscheidet nicht die Qualität, sondern das Pressgut. Für Äpfel, Karotten, Zitrusfrüchte und Ingwer reicht ein vertikales Gerät, und es braucht weniger Platz. Für Blattgemüse, Stangensellerie, Kräuter und Weizengras nennen die Hersteller ausdrücklich die horizontale Bauart, weil dort auf einer längeren Strecke gepresst wird. Wer beides macht, entscheidet nach dem, was öfter vorkommt.
Wie laut ist ein Slow Juicer?
Deutlich leiser als ein Gerät mit Zentrifuge — das schreiben praktisch alle Hersteller, und es folgt aus der Bauart: 50 bis 60 Umdrehungen in der Minute machen weniger Geräusch als mehrere tausend. Eine Zahl nennt allerdings kaum jemand. In dieser Auswahl gibt genau ein Hersteller einen Wert an, nämlich höchstens 45 Dezibel. Wo keine Zahl steht, ist „leise“ eine Beschreibung und keine Angabe.