Tipps & Hintergrundwissen
Zwei Dinge, die vor dem Bestellen zu messen sind
Bei Ohrpolstern zählt der Außendurchmesser der Ohrmuschel, nicht der Modellname. Die Angaben der Hersteller decken jeweils eine Liste von Geräten ab, und dieselbe Größe passt oft auf Modelle ganz anderer Marken. Wer das eigene Gerät nicht auf der Liste findet, misst mit dem Lineal quer über das alte Polster — und vergleicht mit dem angegebenen Maß, statt sich auf die Bezeichnung zu verlassen.
Bei Ohrstöpseln für In-Ears ist es der Durchmesser des Schallkanals, also des Röhrchens, auf das der Stöpsel gesteckt wird. Übliche Werte liegen zwischen 4 und 5,5 Millimeter, und ein halber Millimeter entscheidet darüber, ob der Stöpsel im Ohr bleibt oder in der Jackentasche. Die Größe des Stöpsels selbst (S, M, L) ist die zweite Frage und eine Sache des Ausprobierens — links und rechts dürfen unterschiedlich sein.
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Ratgeber: Was zuerst kaputtgeht — und was sich lohnt
Ein Kopfhörer altert nicht gleichmäßig. Drei Teile geben deutlich früher auf als der Rest, und alle drei sind einzeln zu ersetzen.
Ohrpolster: das Verschleißteil, das niemand so nennt
Kunstleder besteht aus einer Kunststoffschicht auf Gewebe, und diese Schicht wird durch Hautfett, Schweiß und Wärme spröde. Sie reißt zuerst an der Innenkante auf, blättert dann in Flocken ab und hinterlässt schwarze Krümel auf Kragen und Schreibtisch. Das ist kein Qualitätsmangel, sondern ein Ablauf — und er trifft teure Geräte genauso wie günstige. Wechseln geht bei den meisten Over-Ear-Modellen ohne Werkzeug: Das alte Polster von der Ohrmuschel abziehen, das neue über den Rand rollen. Bei manchen Modellen sitzt ein Kunststoffring im Polster, der einrastet; dort hilft eine flache Karte zum Anheben.
Beim Material lohnt sich die Überlegung, was das Polster können soll. Kunstleder dichtet besser ab und hält tiefe Töne besser im Ohr, wird aber warm. Velours ist luftiger und angenehmer bei langen Sitzungen, lässt dafür mehr Umgebungsgeräusch durch und etwas Bass hinaus. Wer die Polster wechselt, kann diesen Tausch also bewusst treffen, statt nur den alten Zustand wiederherzustellen.
Ohrstöpsel: der Sitz macht den Klang, nicht die Elektronik
Bei In-Ear-Kopfhörern hängt fast alles am Abschluss zum Gehörgang. Sitzt der Stöpsel zu locker, entweicht der Bass, die Geräuschunterdrückung arbeitet gegen eine undichte Stelle, und das Gerät fällt beim Gehen heraus. Serienmäßig liegen meist drei Größen bei; das deckt viele Ohren ab, aber nicht alle. Silikon in einer weicheren Mischung oder mit beweglichem Schaft passt sich besser an — das ist der Unterschied, den Zubehörhersteller verkaufen. Und ein Ohr ist selten wie das andere: Verschiedene Größen links und rechts sind der Normalfall, nicht der Notbehelf.
Aufbewahren: der zweithäufigste Schaden entsteht im Liegen
Ein Over-Ear-Kopfhörer, der flach auf dem Schreibtisch liegt, bekommt Druck auf eine Ohrmuschel und sammelt Staub im Polster; am Monitorrand aufgehängt zieht das Eigengewicht über Monate am Bügel. Ein Ständer oder ein Haken kostet wenig und nimmt beide Belastungen weg. Für einen Schreibtisch mit wenig Platz gibt es Halter zum Kleben unter die Platte — sie brauchen eine glatte, fettfreie Fläche, sonst löst sich der Klebestreifen nach ein paar Wochen.
Wo diese Seite aufhört
Hier steht, was einen vorhandenen Kopfhörer erhält. Welches Gerät es überhaupt sein soll, steht auf der Themenseite Kopfhörer & Audio und in den Bestenlisten dazu — etwa Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung oder Kopfhörer für Brillenträger.
Häufige Fragen zu Ersatzteilen
Woher weiß ich, welche Ohrpolster auf meinen Kopfhörer passen?
Am verlässlichsten über das Maß, nicht über den Modellnamen. Miss den Außendurchmesser des alten Polsters quer über die breiteste Stelle und vergleiche ihn mit der Angabe des Ersatzteils. Die Kompatibilitätslisten der Hersteller sind ein guter erster Anhaltspunkt, aber sie sind nie vollständig — viele Modelle anderer Marken tragen dieselbe Größe.
Kunstleder oder Velours — was ist besser?
Das ist kein Qualitäts-, sondern ein Nutzungsunterschied. Kunstleder dichtet dichter ab, hält tiefe Töne besser im Ohr und lässt sich abwischen, wird aber schneller warm. Velours ist luftiger und bei langen Sitzungen angenehmer, lässt dafür mehr Umgebungsgeräusch durch. Wer den Kopfhörer stundenlang trägt, fährt mit Velours meist besser; wer unterwegs Ruhe will, mit Kunstleder.
Warum fallen mir die In-Ears ständig aus dem Ohr?
Fast immer wegen der Stöpselgröße. Die beiliegenden drei Größen decken nicht jedes Ohr ab, und ein Stöpsel, der nur im Gehörgang klemmt statt abzuschließen, rutscht bei jeder Kieferbewegung. Vor dem Nachkaufen den Durchmesser des Schallkanals am Gerät messen — meist 4 bis 5,5 Millimeter — und dann eine Größe größer probieren als bisher. Unterschiedliche Größen links und rechts sind normal.
Lohnt sich das Wechseln überhaupt, oder kaufe ich besser neu?
Das hängt an der Frage, was defekt ist. Polster, Stöpsel und Kabel sind Verschleißteile und kosten einen Bruchteil des Geräts — sie zu wechseln ist fast immer die günstigere Rechnung. Anders sieht es aus, wenn der Akku eines kabellosen Modells nachlässt oder der Bügel gebrochen ist: Beides ist bei den meisten Geräten nicht ohne Weiteres zu tauschen.