Tipps & Hintergrundwissen
Zwei Dinge, bevor die erste Platte gekauft wird
Eine Kopie ist noch keine Sicherung. Ein Ordner, der sich automatisch mit der Cloud abgleicht, kopiert jede Änderung sofort mit — auch das Löschen. Wer versehentlich einen Ordner leert, hat ihn Sekunden später auf beiden Seiten leer. Eine Sicherung ist erst dann eine, wenn sie einen Stand von gestern festhält und nicht bloß den aktuellen spiegelt. Das ist der Unterschied zwischen Abgleich und Sicherung, und er fällt genau einmal auf.
Der Ort schlägt die Marke. Eine zweite Platte im Regal neben dem Rechner hilft, wenn der Rechner ausfällt — bei Wasserschaden, Einbruch oder Blitzschlag ist sie im selben Moment mit weg. Deshalb ist die einfachste wirksame Regel keine Kaufentscheidung, sondern eine Gewohnheit: eine Kopie bleibt zu Hause, eine liegt woanders. Bei den Eltern, im Büro, im Schließfach — Hauptsache nicht im selben Raum.
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Ratgeber: erst die Menge klären, dann das Gerät
Die meisten Fehlkäufe entstehen, weil zuerst nach der Bauform gesucht wird. Sinnvoller ist die umgekehrte Reihenfolge — und danach sind die Abschnitte geordnet.
Schritt 1: nachsehen, wie viel es überhaupt ist
Bevor irgendetwas gekauft wird, lohnt ein Blick in die Ordner: Wie groß sind Bilder, Videos und Dokumente zusammen? Die Antwort fällt fast immer kleiner aus als befürchtet, solange keine Videos dabei sind — und deutlich größer, sobald doch. Erst diese Zahl entscheidet, ob ein Stick reicht, eine tragbare Platte genügt oder ob es die Klasse darüber sein muss. Als grobe Orientierung: Was heute belegt ist, sollte auf dem Zielgerät höchstens die Hälfte einfüllen, damit ein paar Jahre Luft bleiben.
Schritt 2: SSD oder Festplatte — die Frage ist, wofür
Eine SSD hat keine beweglichen Teile, startet sofort und verträgt einen Stoß im Rucksack. Das macht sie zur besseren Wahl für alles, was mitgenommen wird oder woran täglich gearbeitet wird. Eine klassische Festplatte ist pro Terabyte deutlich günstiger und damit die vernünftigere Wahl für ein Archiv, das ohnehin die meiste Zeit im Schrank liegt. Wer beides braucht, kauft nicht die teure Mischung, sondern beides einzeln — eine kleine SSD für unterwegs, eine große Platte fürs Archiv.
Schritt 3: ein NAS lohnt sich ab dem zweiten Menschen im Haushalt
Ein NAS ist ein kleiner Rechner mit Platteneinschüben, der im Netzwerk steht und immer läuft. Sein Vorteil hat wenig mit Kapazität zu tun: Er löst das Problem, dass zwei oder drei Geräte dieselben Daten brauchen und niemand mehr weiß, welche Fassung die neuere ist. Zwei Dinge gehören dazu gesagt. Die Platten sind nicht dabei und kosten oft mehr als das Gerät; und zwei Platten im NAS sind keine Sicherung. Sie schützen gegen den Ausfall einer Platte, nicht gegen versehentliches Löschen, Verschlüsselung durch Schadsoftware oder Wasser im Keller. Auch ein NAS braucht seine zweite Kopie.
Schritt 4: die Bilder vom Handy holen, bevor der Speicher voll ist
Der größte Teil der Fotos entsteht heute auf dem Telefon, und dort ist er am schlechtesten aufgehoben — ein verlorenes Gerät nimmt alles mit. Es gibt zwei Wege ohne Rechner: ein Speicherstick mit passendem Stecker, der direkt am Telefon hängt, oder ein Kartenleser für alles, was noch aus einer Kamera kommt. Beides ist Handarbeit und passiert deshalb selten genug — ein fester Termin, etwa einmal im Quartal, wirkt hier mehr als jedes Gerät.
Schritt 5: aus Altem eine zweite Kopie machen
In fast jedem Haushalt liegt eine ausgebaute Festplatte aus einem alten Rechner oder eine SSD aus einem Laptop, der ersetzt wurde. Ein passendes Gehäuse macht daraus in wenigen Minuten ein externes Laufwerk; eine Dockingstation nimmt nackte Platten sogar im Wechsel auf, wie eine Kassette. Das ist die günstigste zweite Kopie, die es gibt — mit einer Einschränkung: Eine Platte, die schon zehn Jahre gelaufen ist, taugt als Zusatz und nicht als einziger Ort.
Was hier bewusst nicht steht
Cloud-Abos fehlen, weil sie kein Gerät sind, das man kaufen und anschließen kann — und weil ein Abgleichdienst, wie oben beschrieben, etwas anderes leistet als eine Sicherung. Speicher, der den Laptop im Alltag entlastet, steht unter Laptop & Zubehör; Speicherkarten für die Kamera gehören zu Foto & Video, weil sie dort mit der Kamera zusammen ausgesucht werden. Und wer Dias, Negative oder Videokassetten erst noch in Dateien verwandeln muss, findet die Geräte dafür unter Alte Medien digitalisieren — diese Seite fängt danach an.
Häufige Fragen zum Sichern von Fotos und Daten
Reicht es, wenn die Fotos in der Cloud liegen?
Als einzige Sicherung nicht. Ein Abgleichdienst hält beide Seiten identisch — er kopiert also auch jedes Löschen und jede kaputte Datei sofort mit. Wer einen Ordner versehentlich leert, findet ihn Sekunden später auch online leer; viele Dienste halten gelöschte Stände nur begrenzte Zeit vor. Dazu kommt die praktische Seite: Ein Konto kann gesperrt werden, ein Anbieter kann seine Bedingungen ändern, und der Zugang hängt an einem Passwort. Eine Kopie auf einem Gerät, das Ihnen gehört und die meiste Zeit ausgesteckt im Schrank liegt, ist die einzige, die von alldem unabhängig ist.
Wie oft muss ich die zweite Platte anschließen?
So oft, wie Sie es verkraften würden, die Arbeit dazwischen zu verlieren. Für Fotos und Dokumente eines normalen Haushalts ist einmal im Monat ein guter Kompromiss, für alles, woran laufend gearbeitet wird, eher wöchentlich. Wichtiger als der Abstand ist, dass es überhaupt regelmäßig passiert — ein fester Tag im Kalender wirkt zuverlässiger als der Vorsatz, es künftig öfter zu tun. Und die Platte danach wieder abziehen: Ein Laufwerk, das dauerhaft angesteckt bleibt, wird von Schadsoftware genauso erwischt wie der Rechner selbst.
SSD oder Festplatte — was hält länger, wenn es im Schrank liegt?
Für ein Archiv, das selten angefasst wird, spricht mehr für die klassische Festplatte, und zwar aus einem Grund, der wenig mit Haltbarkeit zu tun hat: Sie kostet pro Terabyte deutlich weniger, und für dasselbe Geld bekommen Sie zwei davon statt einer. Zwei Kopien schlagen jede Überlegung zur Lebensdauer eines einzelnen Geräts. Unabhängig von der Bauart gilt: Jedes Laufwerk kann ausfallen, und man merkt es einem nicht an. Deshalb einmal im Jahr eine Datei von der Sicherung zurückholen und tatsächlich öffnen — eine Sicherung, die nie gelesen wurde, ist eine Vermutung.