Im Videocall klingt dein Zimmer wie ein leeres Treppenhaus.

Trennwand, Wand- und Deckenflächen — was den Nachhall nimmt, sortiert nach der Stelle, an der er entsteht.

Hall ist nicht Lärm, und deshalb hilft dagegen etwas anderes. Lärm kommt von außen und wird ausgesperrt — mit Masse, Dichtungen, schweren Vorhängen. Hall entsteht im Raum selbst, weil deine Stimme von kahlen Wänden, Fenster und Schreibtischplatte zurückkommt, und er verschwindet nur, wenn diese Flächen den Schall schlucken statt ihn zu spiegeln. Das ist die Unterscheidung, an der die meisten Fehlkäufe hängen: Schaumstoff dichtet nichts ab, und ein Dichtungsband macht keinen Raum leiser klingen.

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Von Oliver Meier · Zuletzt aktualisiert am 16. August 2026

Zwei Dinge, bevor die erste Platte an die Wand kommt

Klatsch einmal kräftig in die Hände und hör hin. Klingt es kurz und trocken, ist der Raum in Ordnung und die Ursache sitzt im Mikrofon. Hängt ein Nachklang hinterher, hallt der Raum wirklich — und dann lohnt sich die Fläche. Der Test kostet nichts und erspart im Zweifel die ganze Bestellung.

Die erste Fläche gehört dorthin, wo der Schall von deiner Stimme direkt hinfällt: die Wand hinter dem Bildschirm und die Wand seitlich neben dir. Eine große Fläche an der richtigen Stelle bringt mehr als zwölf kleine Kacheln, gleichmäßig verteilt. Umgekehrt gilt: Ein Raum mit Teppich, Vorhang, Sofa und vollem Bücherregal hat den größten Teil der Arbeit schon hinter sich.

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KategorieProduktKurz erklärt

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Unsere Empfehlungen gegen den Nachhall

Ratgeber: Dämmen und Dämpfen sind zwei verschiedene Aufgaben

Die häufigste Enttäuschung in diesem Feld kommt aus einer Verwechslung — und sie kostet Geld, weil das gekaufte Material für die Aufgabe, die man eigentlich hatte, gar nicht gemacht ist.

Der Unterschied in einem Satz

Dämmen heißt, Schall am Durchkommen zu hindern; dafür braucht es Masse und Dichtheit — schwere Vorhänge, Dichtungen, Türblätter. Dämpfen heißt, Schall im Raum zu schlucken, damit er nicht zurückkommt; dafür braucht es offenporiges, leichtes Material. Akustikschaum an der Wand macht den Nachbarn nicht leiser, und ein Dichtungsband macht deine Stimme im Videocall nicht klarer. Wer Lärm von außen loswerden will, ist auf der Seite Schallschutz für Tür, Wand und Decke richtig; hier geht es um den Klang des eigenen Raums.

Wie viel Fläche es braucht

Für ein Arbeitszimmer reicht in aller Regel deutlich weniger, als Bilder von Tonstudios vermuten lassen. Entscheidend sind die Erstreflexionen: die Wand hinter dem Bildschirm, die Wand seitlich neben dir und — wenn die Decke kahl und der Raum niedrig ist — die Fläche direkt über dem Schreibtisch. Drei bis vier gut gesetzte Flächen von je einem halben Quadratmeter verändern den Klang hörbar. Ein voll ausgekleideter Raum klingt dagegen tot und ist zum Arbeiten unangenehm.

Material: Dicke schlägt Fläche bei tiefen Tönen

Dünner Schaum von zwei Zentimetern nimmt die Höhen und lässt die Mitten stehen — der Raum klingt danach dumpf, aber nicht ruhiger. Hörbar wird es ab etwa fünf Zentimetern, und für die tieferen Anteile der Stimme sind zehn Zentimeter oder ein Abstand zur Wand der wirksamere Weg. Melaminharzschaum wie Basotect ist im Arbeitszimmer verbreitet, weil er leicht ist und nach DIN 4102 als schwer entflammbar geführt wird; Filz und Stoffbespannung leisten Ähnliches und sehen weniger nach Studio aus.

Was ohne Fläche mehr bringt als jede Platte

Der größte Einzelschritt ist oft das Mikrofon. Ein Headset oder ein Mikrofon nah am Mund nimmt den Raum kaum auf; die Laptoplautsprecher zusammen mit dem eingebauten Mikrofon erzeugen dagegen genau das Echo, das alle für Hall halten. Danach kommen Teppich unter dem Schreibtisch, Vorhang vor dem Fenster und eine Trennwand auf dem Tisch — alles Dinge, die den Schall brechen, bevor er die Wand überhaupt erreicht.

Häufige Fragen zur Raumakustik im Homeoffice

Hilft Akustikschaum gegen laute Nachbarn?

Nein, und das ist der häufigste Fehlkauf in diesem Feld. Offenporiger Schaum schluckt Schall, der im Raum entsteht; er hält keinen auf, der von außen kommt. Gegen Nachbarn hilft Masse und Dichtheit — Türdichtung, schwerer Vorhang, abgedichteter Rollladenkasten. Das steht auf der Seite zum Schallschutz für Tür, Wand und Decke.

Wie viele Platten brauche ich?

Für ein normales Arbeitszimmer meist drei bis vier Flächen von je etwa einem halben Quadratmeter, gesetzt an die Wand hinter dem Bildschirm, die Wand seitlich neben dir und gegebenenfalls die Decke über dem Schreibtisch. Mehr Fläche gleichmäßig über den Raum verteilt bringt weniger als wenige Flächen an den richtigen Stellen — und ein vollständig ausgekleideter Raum klingt tot.

Reicht dünner Schaumstoff aus dem Verpackungsmaterial?

Für den Zweck nicht. Unter etwa fünf Zentimetern wirkt Schaum vor allem auf die Höhen, und der Raum klingt danach dumpf statt ruhig. Dazu kommt die Brandfrage: Verpackungsschaum ist meist nicht als schwer entflammbar eingestuft, Melaminharzschaum für die Raumakustik in der Regel schon.

Lohnt sich eine Tischtrennwand, wenn ich allein im Raum sitze?

Ja, aber aus einem anderen Grund als im Großraumbüro. Dort schirmt sie den Nachbarn ab; allein im Zimmer bricht sie die Reflexion zwischen Tischplatte, Monitor und deiner Stimme — also genau den kurzen Weg, der im Videocall am stärksten mitgeht. Sie ersetzt keine Wandfläche, wirkt aber näher an der Quelle.

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