Die Oberfräse und ihr Zubehör — Fräser, Schablonen, Frästisch

Schaft, Drehzahl und Führung — worauf es beim Fräsen von Nut, Kante und Schablone wirklich ankommt.

Eine Oberfräse ist das Gerät, das aus einer geraden Kante ein Profil macht, aus einem Brett eine Nut und aus zwei Brettern eine Verbindung. Sie kann all das aber erst mit dem passenden Fräser, und die Führung entscheidet, ob die Linie gerade wird: Parallelanschlag für die Kante, Kopierhülse für die Schablone, Frästisch für kleine Teile. Diese Seite sortiert deshalb nicht nur Geräte, sondern auch das Zubehör, ohne das die Fräse wenig tut — nach Schaftgröße, Führung und Einsatzzweck statt nach Marken.

Oberfräse & Fräszubehör
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Zwei Dinge, die man vor dem Kauf wissen sollte

Die Schaftgröße entscheidet, welche Fräser passen. Üblich sind 8 Millimeter und 6 beziehungsweise 6,35 Millimeter; viele Tauchfräsen bringen Spannzangen für beide Maße mit, kompakte Einhandfräsen oft nur die kleine. Ein 8-mm-Fräserset passt dann nicht — und das merkt man erst, wenn beides da ist. Vor dem Kauf eines Sets also nachsehen, welche Spannzangen die eigene Fräse laut Hersteller hat.

Tauchfräse und Kantenfräse sind zwei Bauarten für zwei Arbeiten. Die Tauchfräse steht auf zwei Säulen, lässt sich mitten im Werkstück absenken und trägt den Tiefenanschlag — sie fräst Nuten und arbeitet mit Schablonen. Die Einhandfräse ist leichter und übersichtlicher und liegt bei Kanten und Freihandarbeit besser in der Hand. Wer beides will, findet Sets mit zwei Geräten oder eine Fräse mit wechselbarer Grundplatte.

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Unsere Empfehlungen: Oberfräsen, Fräser und Führungen

Ratgeber: Schaft, Führung, Frästisch

In dieser Reihenfolge entscheidet sich, was die Fräse am Ende kann — und in dieser Reihenfolge sind die Abschnitte geordnet.

Tauchfräse, Einhandfräse oder beides

Eine Tauchfräse läuft auf zwei Führungssäulen: Man setzt sie auf das Werkstück, löst die Arretierung und senkt den laufenden Fräser bis zum Tiefenanschlag ab. Das ist die Bauart für Nuten mitten in der Fläche, für Schablonenarbeit und für alles, was eine eingestellte Tiefe braucht. Eine Einhandfräse — oft Kantenfräse oder Trimmer genannt — hat keine Säulen, wiegt weniger und lässt sich mit einer Hand führen; sie ist im Vorteil, wenn es um Kanten, Fasen und Freihandarbeit geht. Wer beides regelmäßig braucht, fährt mit einem Set aus beiden Geräten oder einer Fräse mit zwei Grundplatten besser als mit einem Kompromissgerät.

Schaft: 6, 6,35 oder 8 Millimeter

Der Schaft ist der glatte Teil des Fräsers, der in die Spannzange kommt. In Deutschland sind 8 Millimeter das übliche Maß für Tauchfräsen, 6 Millimeter die kleinere Alternative; 6,35 Millimeter ist das Zollmaß (ein Viertelzoll) und begegnet einem bei Einhandfräsen und bei Sets aus dem internationalen Handel. Die Maße sind nicht austauschbar: Ein 8-mm-Fräser geht nicht in eine 6,35-mm-Spannzange, und umgekehrt sitzt ein 6,35-mm-Schaft in einer 8-mm-Zange nicht sicher. Ein dickerer Schaft läuft ruhiger und verträgt größere Fräser — wer die Wahl hat, nimmt 8 Millimeter.

Fräser: Nut, Bündig, Abrund — und wozu das Kugellager dient

Ein Nutfräser schneidet eine Nut mit der Breite seines Durchmessers; davon braucht man mehrere Größen. Ein Abrundfräser bricht eine Kante zu einem Radius, ein Fasenfräser zu einer Schräge, ein V-Nutfräser schneidet die Rille für Beschriftungen. Bündig- und Kopierfräser tragen ein Kugellager am Ende oder am Schaft: Das Lager läuft an einer Kante oder Schablone entlang und gibt die Tiefe vor, ohne dass ein Anschlag nötig wäre — damit lässt sich ein aufgeleimtes Furnier bündig abfahren oder eine Form vervielfältigen. Für den Anfang deckt ein gemischtes Set die gängigen Formen ab; einzelne Fräser kauft man nach, wenn eine Form wirklich fehlt.

Führen: Parallelanschlag, Kopierhülse, Schablone

Freihand wird eine Fräsung selten gerade. Der Parallelanschlag läuft an der Werkstückkante entlang und hält den Abstand — das ist die einfachste Führung und bei den meisten Geräten dabei. Eine Kopierhülse ist ein Ring, der in die Grundplatte gesetzt wird und an einer Schablone entlangfährt; der Fräser schneidet dann um den Betrag versetzt, den die Hülse dick ist, und dieser Versatz gehört in die Schablone eingerechnet. Schablonen für Zinken und Schwalbenschwanz sind der Sonderfall: Sie geben ein ganzes Muster vor und arbeiten mit einem eigenen Fräser und einer bestimmten Hülse zusammen. Ob eine Hülse auf die eigene Fräse passt, hängt am Lochmaß der Grundplatte — das steht in der Bedienungsanleitung.

Der Frästisch: wann sich das Umdrehen lohnt

Im Frästisch hängt die Oberfräse kopfüber unter einer Platte, und der Fräser schaut nach oben. Statt das Gerät über das Werkstück zu führen, führt man das Werkstück über den Fräser — bei schmalen Leisten, kurzen Teilen und wiederkehrenden Profilen ist das genauer und sicherer. Für den Einstieg gibt es Einlegeplatten mit Hubverstellung, die in eine vorhandene Tischplatte oder eine Werkbank eingelassen werden; komplette Tischfräsmaschinen mit eigenem Motor sind die nächste Stufe. Wichtig ist die Passung: Einlegeplatten sind für einen bestimmten Durchmesser der Fräsenaufnahme gebaut, und eine große Tauchfräse passt nicht in eine Platte für kompakte Kantenfräsen.

Was nicht auf diese Seite gehört

Stationäre Tischfräsmaschinen mit eigenem Motor und CNC-Fräsen sind eine andere Geräteklasse mit anderen Fragen — Aufstellung, Absaugung, Programmierung — und stehen bewusst nicht hier. Ebenso wenig Metallfräser und Bohrer: Die Fräser dieser Seite sind für Holz, MDF, Sperrholz und Holzwerkstoffe gedacht, und die Hersteller schließen Metall ausdrücklich aus. Absaugung für die Werkstatt findet sich bei Nass- & Trockensaugern für Werkstatt & Keller.

Häufige Fragen zur Oberfräse

Welche Schaftgröße brauche ich — 6 oder 8 Millimeter?

Das gibt die Fräse vor, nicht der Fräser. Viele Tauchfräsen bringen Spannzangen für 8 und 6 Millimeter mit und können beides; kompakte Einhandfräsen haben oft nur 6 oder 6,35 Millimeter. Wer die Wahl hat, nimmt 8 Millimeter: Der dickere Schaft läuft ruhiger und trägt größere Fräser. Vor dem Kauf eines Sets also nachsehen, welche Spannzangen im Lieferumfang der eigenen Fräse stehen.

Was ist der Unterschied zwischen Oberfräse und Kantenfräse?

Die Oberfräse im engeren Sinn ist eine Tauchfräse: Sie steht auf zwei Führungssäulen, lässt sich mitten im Werkstück absenken und hat einen Tiefenanschlag. Die Kantenfräse — auch Einhandfräse oder Trimmer — ist kleiner, leichter und ohne Säulen; sie wird mit einer Hand geführt und ist für Kanten, Fasen und Freihandarbeit gedacht. Für Nuten und Schablonen braucht es die Tauchfräse, für schnelle Kantenarbeit reicht die kleine.

Brauche ich für eine Schablone eine Kopierhülse?

Für die meisten Schablonen ja. Die Hülse sitzt in der Grundplatte und läuft an der Schablone entlang, während der Fräser innerhalb der Hülse schneidet — dadurch entsteht ein Versatz, der in die Schablone eingerechnet gehört. Die Alternative ist ein Kopierfräser mit Kugellager, dessen Lager direkt an der Schablone läuft; dann gibt es keinen Versatz, dafür muss die Schablone genau so dick sein, dass das Lager sie trifft. Ob eine Hülse passt, hängt am Lochmaß der Grundplatte.

Lohnt sich ein Frästisch für eine vorhandene Oberfräse?

Wenn regelmäßig schmale Leisten, kurze Teile oder wiederkehrende Profile anfallen, ja — im Tisch führt man das Werkstück über den Fräser statt umgekehrt, und das ist bei kleinen Teilen genauer. Für den Einstieg gibt es Einlegeplatten mit Hubverstellung, die in eine Werkbank oder Tischplatte kommen. Entscheidend ist die Passung: Die Platte ist für einen bestimmten Durchmesser der Fräsenaufnahme gebaut, und nicht jede Fräse passt in jede Platte.

Von Oliver Meier · Zuletzt aktualisiert am 14. September 2026

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